Schwerpunkte unserer Arbeit

Kinder stärken – Bindung und Beziehung als Voraussetzung für Bildung

Neben den einzigartigen Bindungsbeziehungen zu den Eltern können Kinder auch weitere sichere Bindungen aufbauen; dies ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe im Kleinkindalter und eine unerlässliche Voraussetzung für eine gesunde menschliche Entwicklung.

Für das Kind sind dabei die Stabilität der Beziehungen und die Feinfühligkeit der einzelnen Bezugspersonen gegenüber seinen Bedürfnissen entscheidend. Dabei stellt eine gute Qualität der Interaktion zwischen dem Kind und seinen Beziehungspersonen eine der wichtigsten Ressourcen für die Stärkung der Kompetenzen im sozialen und emotionalen Bereich dar. Kinder bekommen so die Möglichkeit, ein eigenes Bindungsmodell zu entwickeln, das von Sicherheit geprägt ist und ihnen in der Kindheit wie auch später im Erwachsenenalter hilft.

Hierfür steht in unserer Einrichtung jedem Kind in der Eingewöhnungszeit eine Bezugserzieherin zur Seite, die sich in den ersten Wochen hauptsächlich um die Bedürfnisse dieses Kindes kümmert und es in seinen ersten Schritten in der Nestgruppe unterstützt und begleitet. Eine sehr wichtige Voraussetzung dafür, dass das Kind eine vertrauensvolle Beziehung oder sogar eine weitere Bindungsbeziehung zu seiner Bezugserzieherin aufbaut, ist eine primär am Kind orientierte, gemeinsam mit den Eltern geplante und durchgeführte Übergangsphase. (Siehe auch 9.5. Transitionen, Berliner Modell)

Eines unserer zentralen Ziele ist, dass das Kind im Beisein seiner Bindungsperson Vertrauen in die Bezugserzieherin und die neue Umgebung gewinnen kann.

Ein Kind ist nur dann bereit, sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen, wenn sein Bindungsverhaltenssystem beruhigt ist. Das bedeutet, wenn Grundbedürfnisse wie z.B. Hunger, Durst und Müdigkeit befriedigt oder aber auch Angst, Fremdheit und Überreizung gebannt werden. Daraus ergibt sich einer unserer Schwerpunkte der Arbeit in der Nestgruppe: Die Kinder sollen sich sicher, geborgen und gut eingebunden fühlen.

 

Die sichere Bindungsbeziehung zwischen den Betreuungskräften und den Kindern erfüllt wichtige Aufgaben für deren Entwicklung: Sichere Bindungsbeziehungen erleichtern dem Kind seine Umwelt aktiv zu erkunden. In ihnen erfährt das Kind einen feinfühligen Ausgleich seiner Emotionen. Durch Körperkontakt kann es zunächst Trost und Ermutigung erleben, die ihm helfen sich allmählich selbst zu regulieren. Die Kinder erleben sich als aktiv und entwickeln Vertrauen in ihre eigenen Stärken. Sie können diese Selbstwirksamkeit weiterentwickeln und

entfalten ein positives Bild von sich, sowie positive Erwartungen gegenüber anderen erwachsenen Bezugspersonen. Durch eine feinfühlige Zuwendung und die richtige Reaktion auf die Signale des Kindes werden außerdem auch die Grundlagen seiner Kommunikationsfähigkeit gebildet.